Wer liest schon eine Enzyklopädie?

Seit etwa 10 Jahren beschäftigen wir uns damit, Veränderungen und agile Transformationen so zu implementieren, dass sie nachhaltig zu besseren Ergebnissen führen.

Nun stehen wir vor der Aufgabe, breiter nutzbar zu machen, was wir entwickelt und ausprobiert haben und deshalb schreiben wir es auf. Frühe Versuche, den roten Faden auf dem bestmöglichen Weg durch die Fülle von Informationen und Erkenntnissen zu legen, erwiesen sich als mühsam, weil für jeden dieser Weg anders aussieht.

Das Agile Moves Framework ist mittlerweile eher eine Enzyklopädie als ein Businessroman. Eine solches Werk liest man nicht von vorne bis hinten durch, sondern sucht sich die Informationen heraus, die in der aktuellen Situation den meisten Nutzen bringen.

Allein ist ein Nein

An dieser Stelle kommt die Community ins Spiel. Wir entwickeln mit unseren Lesern gemeinsam ein Backlog aus realen Herausforderungen in lean-agilen Veränderungsprozessen und antworten darauf im Sinne des Agile Move Frameworks. Was wollt ihr lesen? Wo drückt der Schuh?

Die Rolle des Product Owners übernehmen wir und sammeln und priorisieren die Themen beständig neu. Zu jedem Thema wird es eine Hypothese geben, welche Ergebnisse erwartet werden und Ideen für passende Metriken. Die Themen werden jeweils die Länge eines halben Zeitschriftenartikels haben (10 000 – 15 000 Zeichen), um die Komplexität zu reduzieren und die Lesbarkeit zu erhöhen.

Wir starten mit einer kleinen Community aus handverlesenen „Innovatoren“ und werden in einem zweistufigen Prozess eine größere Community aus „Early Adoptern“ aufbauen.

Selber Lean!

Unsere Hypothese Nr. 1 lautet, dass diese Art des Schreibprozesses allen Beteiligten viel Energie bringen wird und Spaß macht.

Die Texte werden von der Community kommentiert und von uns daraufhin überarbeitet.

Unsere Hypothese Nr. 2 lautet, dass die so entstehenden Texte nah am realen Arbeitsleben sind und den lean-agilen Arbeiter im Feld bei konkreten Problemen sinnvolle Lösungsperspektiven aufzeigen. Die behandelten Themen treffen so besser den Nerv, sind interessanter und vor allem nützlich.

Wo es Hypothesen gibt, sollten in der lean-agilen Welt Metriken zu deren Überprüfung nicht weit sein:
Hypothese Nr. 1 lässt sich dadurch überprüfen, dass die Texte zeitnah gelesen und kommentiert werden, weil wir annehmen, dass man gerne macht, was Energie und Spaß bringt und eine seiner nächsten freien Minuten damit verbringt. Nicht immer und nicht jeder, aber im Durchschnitt. Zeitnah bedeutet innerhalb von drei bis fünf Tagen nach Erscheinen. Außerdem wird eine Sternebewertung nach „Return of Time invested“ (ROTI) am Ende eines Kommentars weitere wichtige Informationen liefern (je mehr Sterne, desto besser investierte Zeit, den Artikel zu lesen).

Hypothese Nr. 2 zielt auf den konkreten Nutzen des Textes für die Situation der Leser und lässt sich durch die Rückmeldung überprüfen, ob und mit welchem Ergebnis die enthaltenen Ideen ausprobiert wurden. Auch das ist mit einer Bewertungsskala einfach zu erfassen, wenn auch der Zeitraum bis zum Feedback durchaus vier bis sechs Wochen umfassen sollte.

Über das Jahr werden sich viele Themen sammeln, von uns geclustert und zu einem Agile Moves Buch verbunden werden, das 2019 erscheinen wird. Glauben wir zum jetzigen Zeitpunkt … aber auch das ist nur eine Hypothese, die allerdings 2019 sehr einfach überprüfbar sein wird. 🙂

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Wer liest schon eine Enzyklopädie?
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  4 comments for “Wer liest schon eine Enzyklopädie?

  1. Milenko Bugueno
    Samstag, 30. Dezember 2017 at 16:26

    Cool. Es hört sich gut an! Ich bin dabei und freue mich auf den Weg und das Buch.

  2. Regina Brandhuber
    Samstag, 30. Dezember 2017 at 15:39

    Gute Idee. Ich bin sehr gespannt!

  3. Wolfgang Brandhuber
    Samstag, 30. Dezember 2017 at 23:03

    Danke Silke!
    Ist mal eine erste Hypothese. 😉

  4. Katharina
    Sonntag, 31. Dezember 2017 at 7:45

    Cool geschrieben. Macht Spaß beim Lesen!
    Ich habe noch zwei Fragen.
    Wer ist ein Innovator und wer ein Early Adopter. Wie wird man Teil des Ganzen?
    Was wären Beispiele für Fragen oder Probleme, die man einbringen kann?

    Kathi

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