2.1 Was ist ein Move?

Ein Move bedeutet Schritt oder Bewegung und für uns ist ein Move ist ein kleiner Schritt hin zu einem persönlichen Ziel. Trocken formuliert ist er eine kleine, konkrete Trainingseinheit. Wir stellen ihn uns als eine Art Container oder Box vor, die verschiedene Dinge enthält:

Da ist zunächst das WAS: Was will ich erreichen?

Dazu brauche ich ein Ziel oder zumindest eine Idee davon, wohin ich mich entwickeln oder verändern möchte, was ich erreichen möchte. Man könnte auch sagen: Die Richtung, in die der Schritt gehen soll. Dieses Ziel spiegelt sich in der Aufgabe wieder, die der Move beinhaltet. Doch diese konkrete Aufgabe ist nur eine kleine Bewegung hin zum Ziel. Wenn man beispielsweise als Ziel hat, argentinischen Tango zu tanzen, dann wäre ein Move ein einziger Schritt in diesem Tanz.

Das WAS beschäftigt sich mit dem Inhalt meines Trainings.

In dem Container ist aber auch noch das WIE: Wie will ich das machen?

Auf welche Weise will ich meinen Trainingsschritt ausführen, damit er ganz genau zu mir und meinen Trainingsbedürfnissen passt? Um mir meinen Move maßzuschneidern, gibt es viele Dimensionen, die ich mir anschauen und ihre Ausprägungen für mich anpassen kann. Eine davon ist die Dimension Zeit.

Zeit
Wenn ich gesünder leben und dazu mit dem Rauchen aufhören möchte, kann ich sagen: „Ich höre mit dem Rauchen auf.“ In dieser Aufgabe steckt keine zeitliche Begrenzung drin. Oder ich sage: „Ich höre in den nächsten zwei Monaten mit dem Rauchen auf.“ Das wäre eine zeitliche Begrenzung, denn ich gebe einen Zeitraum an, in dem ich mit dem Rauchen aufhören möchte. Oder ich gehe noch weiter und mache es konkret, in dem ich sage: „Ich möchte in den nächsten zwei Wochen nicht mehr rauchen“. Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass es erfolgsversprechender sein könnte, eine sehr konkrete Entscheidung zu treffen. Aber das ist gar nicht der Punkt. Hier geht es vor allem um Wahrnehmung und Ehrlichkeit mit sich selbst. Wozu bin ich denn tatsächlich bereit? Nicht: Wo würde ich gerne stehen wollen und was sollte ich eigentlich tun?, sondern: Wo stehe ich gerade und wozu kann ich mich entschließen? Was ist ein Schritt, der zu mir passt?

Das WIE beschäftigt sich mit dem Prozess meines Trainingsschrittes.

Wiederholung
Eine weitere Dimension ist beispielsweise die Wiederholung. Wie oft möchte ich in dem von mir gewählten Zeitrahmen meinen Move wiederholen?
Wenn ich mich beispielsweise dazu entschließe, in den nächsten zwei Wochen einen Schritt hin zum Nichtraucher zu machen und ich mich entscheide, meine Zigarettenanzahl zu halbieren (WAS), kann ich diesen Schritt an einem Tag machen oder an mehreren. Ein Move könnte daher so ausschauen: „Ich möchte in den nächsten zwei Wochen an zwei Tagen meine Zigarettenanzahl halbieren“.

Welche Dimensionen es gibt und welche Ausprägungen sich in der Praxis bewährt haben, werden wir später noch ganz genau erläutern. Fürs erste genügt: Jeder Move ist ein kleiner Trainingsschritt hin zu einem persönlichen Ziel, ein kleines Inkrement. Er braucht eine Entscheidung, WAS ich selbst dafür zu tun bereit bin, um das Ziel zu erreichen und WIE ich es tun möchte. Diese Entscheidung spiegelt sich in einem Entschluss wieder, den Move durchführen zu wollen. Wir nennen diesen Entschluss das Commitment für einen Trainingsschritt. Und ohne WAS, WIE und ein Commitment … wird nichts passieren.

Um das Bild vom Reiter und dem Elefanten von Jonathan Haidt [1] nochmal hervorzuholen: Um eine Veränderung einzuleiten oder zu verfolgen, müssen Reiter und Elefant an einem Strang ziehen. Die Überlegungen WAS und WIE gehen vom Reiter aus, aber die Einschätzung der Dimensionen helfen dem Reiter wahrzunehmen, in welchem Zustand der Elefant ist und einen gemeinsamen Weg zu finden.

[1] Haidt, J. (2006): The Happiness Hypothesis: Finding Modern Truth in Ancient Wisdom. Basic Books
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2.1 Was ist ein Move?
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  3 comments for “2.1 Was ist ein Move?

  1. Milenko Bugueno
    Samstag, 23. April 2016 at 10:00

    Ein Move bedeutet Schritt oder Bewegung und für uns ist ein Move ist –> ein ist zu viel

  2. Milenko Bugueno
    Samstag, 23. April 2016 at 10:02

    Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass es erfolgsversprechender sein könnte, eine sehr konkrete Entscheidung zu treffen –> Gibt es keine Literatur dazu?

  3. Milenko Bugueno
    Samstag, 23. April 2016 at 10:07

    Rauchen als Beispiel finde ich nicht so gut, weil nicht jeder Raucher ist oder weiß, wie das ist bzw. es könnte den Eindruck entstehen, dass Moves was für „Süchtige“ ist.
    Ich würde lieber das Beispiel mit dem Fitnessstudio nehmen. Vermutlich kennt jeder der Kampf zwischen Elefant und Reiter, wenn es darum geht, sich mehr zu bewegen bzw. ins Fitnessstudio zu gehen.

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